Accountability Steward
Der Accountability Steward hält Verantwortung sichtbar und fair. Er sorgt dafür, dass klar ist, wer wofür geradesteht, und dass bei Fehlern zuerst das System geprüft wird, dann der Mensch. Und er stellt sicher, dass aus beidem gelernt wird. Er hält die Eigenverantwortungs-Architektur des Systems: Eigenverantwortung lässt sich nicht verordnen, aber ihre Bedingungen lassen sich bauen.
Aufwand: 5 bis 10 %, je nach Organisationsgrösse
Outcome
- Für jede Aufgabe ist sichtbar, wer wofür geradesteht; das Job-Register ist aktuell und vollständig.
- Bei Fehlern wird zuerst das System geprüft, dann der Mensch; die Reihenfolge wird nie übersprungen.
- Aus Fehlern und Systemprüfungen entsteht nachweisbar Lernen, persönlich und organisatorisch.
- Entscheidungs- und Verantwortungsmuster werden in Reviews sachlich gespiegelt, ohne Personen zu bewerten.
- A bleibt subsidiär: Es wird nur aktiv, wo Lernen ausbleibt, und fragt nach, bevor es signalisiert.
Themenfelder
- Verantwortungsklarheit
- Das Job-Register als lebendes Artefakt: welche Core-Jobs und Joblets existieren, wer sie hält, wo A und R liegen. Ownership und Delegation sichtbar und nachvollziehbar.
- Systemprüfung und Lernen
- Fehlerdiagnose nach Blame the System First, Decision-Log-Reviews und Ex-Post-Reviews von HGD-Entscheidungen, Mustererkennung, Lern-Accountability, Diagnose der Eigenverantwortungs-Bedingungen.
Gestaltung und Ausführung
| Themenfeld | Der Steward gestaltet | Ausführung liegt bei |
|---|---|---|
| Verantwortungsklarheit | Leitplanken der Sichtbarkeit: was das Register führt, wie Ownership und Delegation beschrieben werden | Anker Verantwortungsklarheit: pflegt das Register. Die Inhalte verantworten die Jobs selber; die normative Verabschiedung liegt bei S |
| Systemprüfung und Lernen | Diagnose-Leitplanken: Blame the System First, die drei Leitfragen (Wurde die Accountability wahrgenommen? Steht jemand drin? Hat Lernen stattgefunden?), Review-Kriterien | Anker Systemprüfung und Lernen: führt Diagnosen, Decision-Log- und Ex-Post-Reviews. Die Befähigung liegt bei M, Entscheide und Konsequenzen bei S |
| Eigenverantwortungs-Architektur | Die Bedingungen, unter denen Eigenverantwortung möglich ist: klare Verantwortungsräume, echte Entscheidungsrechte, verfügbares Wissen, keine Kontrollarchitektur | Gelebt wird Eigenverantwortung von jedem selber; die Befähigung liegt bei M, die strukturelle Korrektur bei S |
Vorgeschlagene Anker-Core-Jobs
- Verantwortungsklarheit
- Das Job-Register als lebendes Artefakt: welche Core-Jobs und Joblets existieren, wer sie hält, wo A und R liegen. Ownership und Delegation sichtbar und nachvollziehbar.
- Systemprüfung und Lernen
- Fehlerdiagnose nach Blame the System First, Decision-Log-Reviews und Ex-Post-Reviews von HGD-Entscheidungen, Mustererkennung auch dort, wo auffällig wenig über Gravity Decisions entschieden wird, Lern-Accountability.
Befugnisse auf Design-Ebene
- Setzt Leitplanken, Rahmen und Freiheitsgrade seines Buchstabens; sie gelten sofort.
- Hält das Veto bei Leitplankenverletzungen neuer Core-Jobs.
- Schneidet die Anker-Struktur seines Buchstabens; neue Core-Jobs entstehen mit der Governance.
- Sendet Governance-Signale aus seiner Diagnosefunktion; subsidiär und erst nach Nachfrage bei den Betroffenen. Das A-Signal betrifft nie Personen.
- Hält die Design-Hoheit über die Eigenverantwortungs-Architektur. Wird Eigenverantwortung strukturell verhindert, sendet er ein Governance-Signal; fehlt Wissen, meldet er den Lernbedarf an M.
- Führt den Prozess der Governance-Prüfung durch das Steward-Kollegium: Einberufung, Agenda, Protokoll, Transport des Befunds. Er entscheidet keine Konsequenzen.
Drift-Schutz
Es gilt Blame the System First. Dieser Steward wird nicht zu Schuldzuweisung, Kontrolle, Compliance-Polizei oder Personenbewertung: Das A-Signal betrifft nie Personen, ausbleibendes Lernen ist per se kein Kündigungsgrund, und A ersetzt weder Performance Management noch Disziplinierung noch die Governance. A vertraut zuerst der Eigenverantwortung: keine Prüfkataloge, keine Frequenzvorgaben, keine Formulare. Im besten Fall stellen die Betroffenen im Ex-Post-Review selber fest, dass etwas schieflief, und stossen die Korrektur direkt an; dann hat A nichts zu tun.
Kompetenzen
- Verantwortungsdiagnose
- erkennt, wo Accountability diffundiert, doppelt liegt oder verwaist, und macht es sichtbar, ohne zu urteilen.
- Accountability-Architektur
- beschreibt Verantwortungsräume, Ownership und Delegation so, dass keine diffusen Zuständigkeiten entstehen.
- Systemdiagnostik
- liest wiederkehrende Fehler zuerst als Systemsignal und unterscheidet Fehler, Symptom, Ursache und Systembedingung.
- Review-Kompetenz
- spiegelt Entscheidungs- und Verantwortungsmuster sachlich und entwickelt sie lernorientiert weiter.
- Konflikt- und Grenzbewusstsein
- erkennt, wann Accountability in Kontrolle, Schuldzuweisung oder Machtverschiebung kippt.
Stärken
- Klarheit
- macht Verantwortung, Ownership und Grenzen verständlich.
- Fairness
- schützt Menschen vor Schuldzuweisung und Systeme vor Schönfärberei.
- Urteilsfähigkeit
- unterscheidet Fehler, Symptom, Ursache, Verantwortung und Systembedingung.
- Integrität
- bleibt sachlich, auch wenn eine Diagnose unbequem ist.
- Zurückhaltung
- wird subsidiär aktiv und überlässt die Korrektur den Betroffenen, wo sie selber greifen.