Blaupause

Core-Jobs

Die kleinste vollständige Einheit von Verantwortung: ein Purpose, benannte Outcomes, Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenz, ein Owner.

Eine Stellenbeschreibung listet Tätigkeiten. Ein Core-Job beschreibt, wofür jemand geradesteht, was er entscheiden darf und woran man sieht, dass es wirkt. Er hängt unter einem Anker-Core-Job in einem der sechs Buchstaben, und er schuldet seine Rechenschaft direkt der Governance. Eine Person kann mehrere Core-Jobs halten, und ein Core-Job kann von mehreren Personen gehalten werden.

Was einen Core-Job vollständig macht

  • Ein Purpose in ein bis zwei Sätzen: Warum gibt es diesen Job, und warum ist er wichtig?
  • Outcomes: was verlässlich entsteht, wenn der Job gut gemacht wird. Ergebnisse, keine Tätigkeiten.
  • Verantwortlichkeiten: die wiederkehrenden Handlungsfelder. Jedes Joblet zahlt auf mindestens eines davon ein.
  • Entscheidungskompetenz: welche Stone-Entscheidungen der Job fällt und welche Kompetenz dafür auf Mastery-Stufe sein muss.
  • Wirkungsmessung: Job-Kennzahlen für den Job als Ganzes, Personen-Kennzahlen für die einzelne Person, jede mit Zweck: Steuerung oder Trendsignal.
  • Buchstabe, Anker-Core-Job und Besetzung, sichtbar im Job-Register.

Mehrfachbesetzung und Owner

Ein Core-Job wie «Cloud Consultant» wird in einer wachsenden Firma von vielen Personen gleichzeitig gehalten. Das ist normal und gewollt: ein Job, eine Beschreibung, gleiche Outcomes, gleiche Kennzahlen. Genau eine Person ist Owner. Sie hält die Weiterentwicklung der Rolle und das letzte Wort über den Job, nicht über die Leute darin. Beurteilt wird in S, begleitet in L. Hält nur eine Person den Job, ist sie automatisch Owner.

Entstehung und Verabschiedung

Ein neuer Core-Job entsteht mit der Governance: Er wird gechallenged und normativ verabschiedet, bevor er existiert. Der Steward des Buchstabens hält das Veto, wenn der Schnitt seine Leitplanken verletzt. Das ist die Stelle, an der doppelte Zuständigkeiten und verwaiste Themen auffallen, bevor sie im Alltag Reibung machen. Ein Core-Job kann eine ganze Verantwortungsschiene abgeben, indem daraus ein neuer Core-Job entsteht; die Verantwortung geht dann vollständig mit.

A und R

Wer den Core-Job hält, hält A. Joblets halten R: Sie übernehmen konkrete Aufgaben, die Hauptverantwortung bleibt beim Core-Job. Joblets wählt und ersetzt der Core-Job frei, die Governance ist daran nicht beteiligt. So verdunstet Verantwortung nicht beim Delegieren.

Entscheidungskompetenz und Kompetenzstufen

Feather-Entscheidungen fällt jede Person selber. Stone-Entscheidungen fällt, wer die benannte Kompetenz auf Mastery-Stufe hat; wer noch im Aufbau ist, entscheidet gemeinsam mit dem Owner. Die Stufen stehen in der Skill-Matrix bei M, verabschiedet in S. Kompetenz gehört der Person, Verantwortung gehört dem Job, und Entscheidungsraum wächst mit nachgewiesenem Können, nicht mit Dienstjahren.

Wirkungsmessung: Steuerung oder Trendsignal

Jede Kennzahl hat einen Zweck. Steuerung heisst, sie darf in Beurteilung und Vergütung einfliessen. Trendsignal heisst, sie zeigt den Zustand des Systems und nötige Korrekturen, und sie fliesst nie in die Beurteilung einer Person. Wer beides gleichzeitig misst und daran beurteilt, bekommt genau das Verhalten, das die Zahl belohnt, und nicht das, was die Firma braucht.

Häufige Fehler beim Schnitt

  • Der Job ist ein Themengebiet ohne Ergebnis: dann ist es ein Themenfeld, kein Core-Job.
  • Der Job hat Ergebnisse, aber keine Entscheidungskompetenz: dann ist es eine Aufgabenliste.
  • Zwei Jobs teilen sich dieselbe Accountability: dann entscheidet am Ende niemand.
  • Der Job ist auf eine Person zugeschnitten und nicht auf die Arbeit: dann versagt er beim nächsten Wechsel.